alex | 22 Oktober, 2005 10:11
v.l.n.r. Ashok, Jochen, Sebastian, meine Wenigkeit, Alexander
hinder der Kamera: Geri
Unser Weg führte uns über den indischen Highway. Eine Straße wie man sie bei uns noch als ältere Verbindung zwischen abgelegenen Ortschaften kennt. Einspurig in jeder Richtung und der Straßenrand nicht befestigt. Aber immerhin konnten wir mal wieder schneller als 60 km/h fahren (mehr geben die meisten Rikschas nicht her und bei dem Verkehr in der Stadt ist das auc nur selten möglich). Stellenweise hat es unser Fahrer, der im übrigen sehr vorsichtig unterwegs war auch mal auf 105km/h geschafft. Immerhin :-) andere Länder, andere Geschwindigkeiten.
Wir waren recht lange unterwegs. Unser erstes Ziel, die Gomateshvara Statue liegt groß geschätzt etwa 200km westlich von Bangalore. Ashok hatte Geflügelwurst, Käse, Sandwichtoast und Würstchen (natürlich auch mit Geflügel) als Verpflegung eingepackt. Als wir uns dem Ziel nähereten konnte man von weitem schon den Hügel erkennen auf dem die Statue Stand. Wir witzelten schon rum dass wir da nicht hinauflaufen und "bis vor's Loch" fahren wollen. Es kam dann doch alles anders. Laut Lonely Planet Reiseführer führen 614 in den Fels gemeiselte Stufen hinauf auf den Berg zur 17,5m hohen Statue. Und da hier alles heilig ist mussten wir Schuhe UND Socken unten abgeben und Barfuß den Berg besteigen. Das Krasse ist: Die 614 Stufen werden von allen Altersklassen gemeistert. ALte Frauen und Männer die mit Sicherheit schon das 75. Lebensjahr erreicht haben quälen sich den Berg hinauf. Und die die nichtmehr gehen können werden in einem Stuhl sitzend von vier Männern hinauf getragen. Die sind echt krass die Jungs. 
Die Statue wurde im Jahre 981 von Aristenemi aus massivem Granit gehauen. Krasse Sache wenn man sich die Ausmaße der Statue und dem drumherum mal vor Augen hält. Was richtig klasse war war die beinahe absolute stille dort oben auf dem Berg. In Bangalore wird es NIE still. Da gibt es auch in der tiefsten Nacht noch Krach. aber dort oben... einfach genial. Und die Aussicht spricht auch für sich:
Nach einem schnellen Abstieg, der ganz schön auf die Knie ging sind wir wieder ins Auto und fuhren weiter nach Halebid. Dort war es mit den Händlern, Bettlern etc. so schlimm dass man nichtmehr das Fenster runterlassen konnte ohne angequatscht zu werden. Sie haben versucht und alles mögliche und unmögliche anzudrehen. Von steingeschnitzten Figuren über Postkartenfotos bis messingfarbene Metalllöffelähnlich Dinger. Einfach alles. Sebastian hat sie dann versucht abzuwimmeln: In Sravanabelagola hatte er und Alex Postkarten gekauft. Zusammen waren das schon einige Dutzend. Die hat er dann alle zusammen genommen und meinte zu einem der Postkartenverkäufer: Wir machen das jetzt andersrum: Ich verkauf dir die die du noch nicht hast. Der hat dann erstmal ganz dumm geguckt und war dann auf für die nächsten 90 Sekunden ruhig. Nach einem weiteren Imbiss haben wir uns den Tempel vor Ort angesehen:

Auch hier galt wieder: Schuhe und Socken aus. vor den Stufen hinauf zum Tempel haben wir dann solche ausgezogen und haben sie mitgenommen. Aber die inder sind hart. Es reicht nicht wenn man sie auszieht und Barfuß läuft. Nein, man MUSS sie auf der anderen Seite des Tempels abgeben. kKostenlos. Zumindest das abgeben war kostenlos. Dann konnten wir uns dem Tempel widmen. Im Lonely Planet steht dass er um 1121 angefangen wurde zu bauen. Aber auch nach über 80 Jahren Bauzeit war er noch nicht vollendet und wurde dann nie fertig gestellt. Die ganzen Aussenwände sind aus massivem Stein. Wie man auf den Fotos unschwer erkennen sind sie übersäht mit kleinen gemeiselten Figuren und Szenen. Kein Wunder dass die nie fertig wurden. Das sind mehrere hundert Tausend Figuren...Die sind damals echt krass drauf gewesen. Auch die Säulen die das Dach um die Riesen-Kuh Tragen. Alles Stein. Wenn man sich die abwr mal genau ansieht erkennt man dass sie die Säulen auf irgendwas was einer heutigen Drehbank ähneln muss gedreht haben. Und es ist ja nicht so dass die klein und leicht sind. 
Als wir unsere Schuhe wieder geholt hatten und für die Aufbewahrung symbolische 2 Rupien (etwa 4 Cent) gezahlt hatten ging es zurück ins Auto und weiter zum zweiten Tempel nach Belur. Dort angekommen hat es leicht angefangen zu regnen. Und auch hier: Schuhe aus. Wir sind dann also wieder Barfuß und mit Regenschirm rein gegangen und haben uns alles angesehen. Aber eigentlich war das nix neues. Sah aus wie beim letztem Tempel:

Die Heimfahrt war lang. Unterwegs haben wir einem liegengebliebenen Toyota Qualis unser Ersatzrad geliehen und sind mit 40-60km/h vor dem anderen Wagen hergetuckert. Schneller ging es nicht da unser Reifengeschädigten kein funktionierendes Licht hatten. Also wie jedes 2te bis 3te Farzeug hier auch...
Daheim angekommen haben wir die Kilometer ausgrechnet und den Fahrer dann noch bezahlt. Insgesamt waren es 766 Rupien pro Kopf (6 Personen waren wir) und 585 Kilometer... Ein harter, aber interessanter Tag.
Chris | 24/10/2005, 10:14
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Sieht ja ganz nett aus! Und der Regen... Aber wenn Geri scho mal unterwegs ist, dann war des doch zu erwarten!
Vor allem des Einzelporträ (der Fotomacher) von ihm... Was hat Ashok mit dem armen kerl in der Nacht davor gemacht?
Dann noch viel Spaß da unten!